Bei den Hirten
 
 

Bei den Hirten

Von Anne-Christine Langenbach

Stern:
Bald wird es dunkel,
Bald wird es Nacht.
Die Nacht, auf die ihr lang gewartet,
die Nacht, an die ihr lang gedacht.

Ich bin der Stern, ich leuchte immer,
wirdŽs draußen dunkel, still und kalt,
doch einst, vergessen wird ich's nimmer,
macht ich auf meinem Wege halt.

Erzählen will ich es euch gerne,
was in der langen Nacht geschah,
als ich von großer Himmelsferne
hinab auf unsre Erde sah.

Drei Kinder liefen durch die Gassen
Ganz aufgeregt, ihr werdetŽs sehn,
sie konntenŽs Reden gar nicht lassen,
doch still, sonst könnt ihr nichts verstehn!

Simon:
David, warte, nicht so schnell, Hanna kommt gar nicht mit!

David murrt:
Nun macht schon, es wird dunkel.

Hanna (außer Atem):
Aber die Decke ist so schwer.

David:
Mein Vater wird schon warten.

Simon:
Wir sind ja gleich da.

Hanna:
Ich bin ja so aufgeregt.

David:
So spannend ist eine Nacht auf dem Feld gar nicht.

Simon:
Lass sie doch, schließlich ist sie zum ersten Mal dabei.

Hanna zeigt auf das Publikum:
Seht ihr die vielen Leute?

Simon:
Ja, ja, die sind wegen der Volkszählung hier.

Hanna:
Wegen was?

David:
Ach, das verstehst du noch nicht!

Simon:
Manche müssen auf der Straße schlafen oder in einem Stall.

Hanna:
Aber wir schlafen am Feuer bei den Hirten.

David:
Aber nur, wenn ihr jetzt langsam mal kommt!

Gehen zum Feuer

1. Hirt:
Da seid ihr ja!

2. Hirt:
Kommt und wärmt euch, die Nacht ist kalt.

3. Hirt:
Macht euch ein Lager aus den Decken, es ist schon spät.

4. Hirt:
Morgen früh müssen wir weiter.

5. Hirt:
Ich halte Wacht.

6. Hirt:
Dann eine gute Nacht.

Hirten schnarchen - Schnarchmusik - Josef und Maria gehen zur Krippe

Hanna rüttelt Simon:
Simon, wach auf, alle schlafen!

Simon:
Das sollen wir ja auch.

Hanna:
Aber es hält keiner Wache:

David gähnt:
Was ist los? Warum schlaft ihr nicht?

Simon:
Es hält keiner Wache, Die Hirten schlafen alle.

David:
Das Feuer hält die Tiere Fern. Habt keine Angst und schlaft weiter.

Hanna:
Ich kann aber nicht einschlafen. Der Stern dort leuchtet zu hell.

Simon:
Aber das ist gar nicht nur der Stern. Seht doch!

David:
Was ist das?

Hanna:
Engel!

Engel singen:
Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär, der guten Mär bring ich so viel, davon ich singen und sagen will.

1. Engel:
Fürchtet euch nicht, siehe ich verkündige große Freude, die allem Volke wiederfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

Engel singen:
So merket nun die Zeichen recht: die Krippe, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.

Hirten schnarchen

Hanna:
Träume ich ? Es war so schön!

David, rüttelt seinen Vater:
Vater, wach auf! Hier sind Engel gewesen!

1. Hirt:
Was? Wo? Wie? Engel?

2. Hirt:
Ihr habt geträumt!

Simon:
Nein, seid mal still, man hört sie noch!

Alle singen:
Hört der Engel helle Lieder klingen das weite Feld entlang, und die Berge hallen wieder von des Himmels Lobgesang. Gloria in excelsis Deo!

mit Gemeinde:
Hirten, warum wird gesungen? Sagt mir doch eures Jubels Grund! Welch ein Sieg ward denn errungen, den uns die Chöre machen kund? Gloria ... Sie verkünden uns mit Freude, dass der Erlöser nun erschien, dankbar singen sie heut alle an diesem fest und grüßen ihn. Gloria...

3. Hirt:
Das kann ich kaum glauben.

Hanna:
Kommt, wir suchen das Kind.

David:
Aber wo?

Simon:
Ihr habt doch gehört: in einem Stall!

David:
Ställe gibt es hier massenhaft.

Hanna:
Seht der Stern bewegt sich. Ich folge ihm.

Simon:
Ich nehme meine Decke mit.

David:
Wartet, ich komme mit!

Alle:
Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg, führ uns zur Krippe hin, zeig, wo sie steht. Leuchte du uns voran, bis wir dort sind, Stern über Bethlehem. Führ uns zum Kind!

Engel:
Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all, zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall, und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht.

Alle:
Stern über Bethlehem, nun bleibst du stehn und lässt uns alle das Wunder hier sehn, das da geschehen, was niemand gedacht, Stern über Bethlehem, in dieser Nacht.

Gemeinde:
O seht, in der Krippe im nächtlichen Stall, seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl in reinlichen Windeln das himmlische Kind, viel schöner und holder als Engel es sind.
Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh, Maria und Josef betrachten es froh, die redlichen hirten knien betend davor, hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

Hanna:
Wie ist das süß!

Simon:
Meine Decke bekommt das Kind.

David:
Und mein Halstuch.

Maria:
Vielen Dank! Das ist sehr lieb von euch!

3. Hirt:
Wir haben kein Geschenk.

Josef:
Das macht gar nichts.

Maria:
Ihr müsst es nur allen weitersagen, dass Gottes Sohn geboren ist, unser Heiland. Er wird Hoffnung in unsere Welt bringen: Hoffnung auf Frieden, den die Welt so dringend braucht. Er wird Liebe in unsre Welt bringen: Liebe, die die Menschen einander näher bringt. Er wird Glauben in die Welt bringen: Glauben, der stark ist, die Welt zu verändern.

Josef:
Darum freut euch und ruft es allen Menschen zu: Christus ist geboren!

Alle rufen:
Christus ist geboren!

Alle:
Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! Heute geht au seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute, Gottes Kind, das verbind sich mit unserm Blute. Ei so kommt und lasst uns laufen stellt euch ein, groß und klein, eilt in großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet.

Stern:
Ich bin der Stern, ich leuchte immer,
damals wie heut, wenn Weihnacht ist.
Und ich vergess es nie und nimmer:
Dies ist der Tag des Herren Christ!

 
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Propstei St. Walburga, Werl
 
 
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